Die Europäische Zentralbank hat am 10. September 2026 ihre drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben — die zweite Erhöhung in diesem Jahr nach dem Zinsschritt im Juni. Der für Sparerinnen und Sparer entscheidende Einlagensatz steigt damit von 2,25 auf 2,50 Prozent und wird ab dem 16. September 2026 wirksam. Hintergrund ist die im August auf 3,3 Prozent gestiegene Inflation im Euroraum, angetrieben unter anderem durch höhere Energiepreise.

Die Entscheidung im Überblick

Was das für Tagesgeld und Festgeld bedeutet

Der Einlagensatz der EZB ist die zentrale Referenzgröße, an der sich Banken bei der Verzinsung von Tagesgeld- und Festgeldkonten orientieren. Steigt er, geben viele Anbieter die Erhöhung mit gewissem Zeitversatz an ihre Kunden weiter — allerdings unterschiedlich schnell und unterschiedlich vollständig. Wer sein Erspartes aktuell auf einem gering verzinsten Konto liegen hat, kann sich einen Tagesgeld-Vergleich oder Festgeld-Vergleich lohnen, um zu prüfen, ob der eigene Anbieter die neuen Konditionen bereits eingepreist hat.

Bei Festgeld gilt zu bedenken: Der zum Abschluss vereinbarte Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit fixiert. Wer kurz vor einer Zinserhöhung eine längere Festgeldlaufzeit abschließt, sichert sich damit nicht automatisch das neue, höhere Niveau — bereits bestehende Festgeldverträge bleiben von der EZB-Entscheidung unberührt.

Einordnung

Mit dem Schritt schließt die EZB nach Einschätzung von Marktbeobachtern ihren bislang kürzesten Zinserhöhungszyklus seit 2011 ab. Die neuen Projektionen der Notenbank gehen davon aus, dass die Leitzinsen bis mindestens Mitte 2027 auf dem aktuellen Niveau verharren dürften, sofern sich die Inflationsentwicklung nicht wesentlich ändert. Die Kerninflation lag im August bei 2,4 Prozent und damit weiterhin oberhalb des mittelfristigen EZB-Ziels von 2,0 Prozent.